Aussenlandebericht

Außenlandung von Bennert Werner, am 13.05.2006, Ort :St. Lorenzen im Paltental

kurz vor dem rettendem Flugplatz der Front nicht entkommen?


Beurteilung

Landefeld

...... unbekannt...

Landerichtung

Anflug 17/-

Bodenbeschaffenheit

... unbekannt...

Downloadbare Informationen

igc- und ovl File



hier der Bericht von Werner.
Hallo zusammen,
aufgrund des grossen Interesses wie die Story weiter ging:

> habe in Zell am See uebernachtet ... Bin gespannt ob es heute in der Luft
> zurueck nach Timmersdorf reicht, denn die Sonne verschwindet jetzt schon
> hinter den AC der Gewitterstoerung aus Westen.
>
Der Heimflug ab Zell am See vom 13.5. ist im OLC-AT zu finden.
Um 8:30 Uhr morgen war am Radarbild zu sehen, dass im Alpenvorland bis hinauf zum Bayrischen Wald zuegig eine Kaltfront mit Gewittern von West nach Ost entlang zog und Zell am See direkt in der suedlichen Verlaengerung davon lag.
Ich war bereits um 9:30 Uhr startbereit, als die Einstrahlung am Flugplatz endgueltig zu Ende ging und es Richtung Gerlospass ziemlich dunkel wurde.
Zu meiner Freude startete in diesem Moment die Schleppmaschine zu einem Rundflug, worauf ich mich ausgiebig am Start mit dem Schlepppiloten ueber eine sinnvolle Schlepproute Richtung Osten unterhalten konnte.
Um 10:25 loc ging es dann wirklich los. Vom Boden aus war nirgends mehr Sonneneinstrahlung zu erkennen. Wir schleppten durch das Salzachtal nach Osten. Nach 10' und 22 km Strecke klinkte ich in 1400m über Badgastein und fand auf der Talostseite im fahlen Licht einen 1 Meter Bart, der mich die restlichen 200m bis an die Basis brachte. Noch fehlten mir 400m zur Endanflughoehe fuer Niederoeblarn.
Voraus waren zwar Cumuli in ca. 2400m samt Sonneneinstrahlung entlang der Tauern-Nordseite zu sehen, aber ansonsten war der Anblick trostlos. Am Hochkoenig schob die Stoerung einen Wolkenvorhang bis herunter auf den Dientener Sattel. Sowohl am Hochgruendeck wie auch am Rossbrand lagen die Cumuli auf!
Ich musste also mit 200m Arbeitshoehe in den Tauern zurecht kommen. Bis zur Tauernautobahn klappte das ganz gut, dann tat sich unter der Abschirmung eines CBs am Dachstein eine kaum entwickelte Luecke auf und die Hochwildstelle suedostlich Schladming schien bereits im Regenschauer zu stecken.
Die einzige sonnenbeschienene Ecke lag nun suedlich der Tauern im Tamsweger Becken des oberen Murtals. Also folgte ich der Passstrasse von Obertauern (in 300m GND) nach SE und gleich die erste Abrisskante bei Tweng zog in 1950m NN tatsaechlich mit 1.5 bis 2.0 m/s.
Als ich in >2300m wieder den Ueberblick hatte, wurde klar dass ein heftiger Schauer zwischen Murau und Soelkpass den Weg im Sueden nach Zeltweg versperrte. Die Hochwildstelle wurde hingegen wieder sichtbar und die Planai an deren NW-Grat war nun fuer mich erreichbar.
Also korrigierte ich 170 Grad nach links, fand ohne Abwindgebiet zurueck auf die Tauernnordseite und flog mit 100m Sicherheit die 22km vor zur Planai. Dort wollten sich nach dem Schauer aber keine Cu mehr entwickeln. So blieb ich 3km suedlich der Planai und flog Achten um die Feldnasen. Mittlerweile zeigte der EA-Rechner +400m auf Oeblarn. Innert anstrengender 8 Minuten kam ich entlang der Felsen 100m hoeher, was mir endlich erlaubte alle 5 Finger der Hochwildstelle (Graeten nach Schladming, Haus, Aich und Kleinsoelk) abzuklappern.
Die letzte Graete brachte einen ruppigen 1.5 Meter Bart auf knapp 2300m NN. Rechnerisch war nun Trieben Flugplatz erreichbar. Aber ein kurzer Regenschauer wuerde das sofort wieder vereiteln. In der folgenden 1/2 Stunde kam ich bei abfallender Basis auf 2000m bis zur Hohen Trett, suedoestlich von Aigen voran. Beim Anflug vom Moelbeck sah der Cu ueber der Trett noch satt entwickelt aus. Aber als ich dort ankam, schien die Sonne bereits durch die Wolkenreste und nach einem kurzen, aber heftigen Zucken ging es abwaerts. Mist: Um 2 Minuten zu spaet.
Gleich dahinter am Blosen dasselbe Spiel und dann troepfelte es auch schon. Obwohl ich Trieben erreichen konnte, gab ich aber nicht auf. Bei dieser Wettersituation blaesst oft ein Fallwind ueber den Phyrnpass nach Sueden und bei Selzthal auf die NW-Seite des Duerrenschoeberl. Zudem schien im Admonter Becken noch immer die Sonne.
Nach der Querung des Paltentals durchflog ich in 1400m das erwartete Lee und der NW-Hand trug wie erhofft. Allerdings war die Windkomponente zum Hang nur 20km/h und in dieser Hoehe sind die Waelder bereits sehr flach. Wahrscheinlich zog der Cu ueber dem Pleschberg einen Teil der Anstroemung ab.
Als ich nach 10 Minuten alle moeglichen Abloesestellen in Hangnaehe fuer einen Aufwind abgeklappert hatte, fuegte ich mich in mein Schicksal und kehrte zurueck in das zunehmend schaurige Paltental. Schon 10km vor Trieben Flugplatz sank ich unter den Endanflugpfad und musste 3km vorher in einer grossen Blumenwiese aussenlanden.

Heinz und Patrick waren in weniger als 1 Stunde mit dem Anhaenger von Timmersdorf da. Die letzten 30km auf der AB nach Hause wurde der Regen immer staerker. Kurz nach 14 Uhr waren wir zurueck.

Liebe Gruesse,
Werner.


In der Umgebung von Timmersdorf gibt es einige Außenlandemöglichkeiten. Die Wiese hier ist frei anfliegbar (was ja im Palten-Liesingtal wegen der Stromleitungsverseuchung selten ist) und auch lange genug für eine sicher Landung. Details werden von Werner die nächsten Tage noch nachgereicht. Ich denke, dass die Wiese im OLG einen fixen Platz bekommt.