Aussenlandebericht
Außenlandung von Zinnecker Robert, am 22.05.2006, Ort :Hohe Wand (nähe Tapezwiese)
Aus dem Wellenflug wurde ein Aussenlandeflug............Der Plan war, eine Woche Urlaub und einen Wandersegelflug so weit wie möglich. Am besten bis Südfrankreich. Nachdem mein Flieger bis vorige Woche noch in meiner Garage gestanden ist, wo ich Solarmodule und ein zusätzliches Staufach eingebaut habe, wurde er endlich am Samstag in der Früh aus der Garage geschoben. Leider musste ich dann feststellen, dass sowohl das alte LX400 (gekoppelt mit dem VP4) nicht mehr funktionierte als auch der Winpilot über die neu eingebaute iPAQ-Halterung, die die Daten vom Flarm beziehen sollte, keine Daten lieferte. Also kein GPS! Nach langem hin und her tauschen von GPS-Antennen und Fehlereingrenzung stellte sich heraus, dass das LX400 scheinbar wirklich tot ist und der WinPilot scheinbar keine 19200 Baud kann, mit denen das Flarm aber die NMEA Daten liefert. Nach einiger Ratlosigkeit mit vielen Gott sei Dank falschen Expertenkommentaren hat mir Christian Gruber das Flarm auf 9600Baud heruntergedreht, was mit der PC-Software möglich ist. Der WinPilot kann keine 19200 ! Positiv erwähnen muss ich auch Horst Baumann, der mich dreimal zurückgerufen hat, mich aber jedes Mal nicht erreicht hat, weil ich eben auch gerade telefoniert habe. Er hätte die Lösung auch gewusst. Das SeeU Mobile kann übrigens die 19200Baud, was bei der Fehlereingrenzung sehr geholfen hat! Mittlerweile war klar: Das Wetter der nächsten Woche, also unserer Wandersegelflug Periode, reicht nur für tageweise Flüge. Der Montag sollte recht schön werden aber dann bis Donnerstag Schlechtwetter sein. Da wir nicht irgendwo im Regen sitzen und dann nur mit Rückholer wieder nach Hause kommen wollten, haben wir uns für einen schönen Flug mit Rückkehr am gleichen Tag für Montag entschieden. Nachdem dann wenigstens der WinPilot meine GPS-Navigation ermöglichte, habe ich dann am Samstag, trotz recht aussichtslosem Wetter, einen Start gemacht. Siehe da, die Gechwindigkeitsanzeige ging nicht. Anzeige Null! Ist da noch was über den Winter gestorben? Die Verbindung der Schläuche ist ein 4-fach Verbinder der fest verschraubt ist und die anderen Instrumente wie Höhenmesser gingen. Nach Aus- und wieder Einbau und check funktionierte dann am Montag nach dem Start auch die Geschwindigkeitsanzeige... Aber nun zum Montag:
Na eben, muss ja gehen! Da sehe ich ihn auch schon. Er ist gerade 20m über der Kante beim Kohlröserlhaus, als ich zur Wand komme. Beide fliegen wir Richtung Süd. Besonders geht es nicht, stelle ich fest. Walter sinkt, so wie ich immer tiefer. Er versucht es sogar noch im die Südecke und kommt noch viel tiefer zurück. Ich habe allerdings auch keine gute Phase. Kontinuierlich verliere ich Höhe. Noch mache ich mir keine Sorge wirklich abzusaufen, will aber Dieter informieren, ein bisschen zu warten, weil noch ein Flieger jetzt so neben der Wand .... dann wird es nur noch schwieriger. Leider erreiche ich ihn nicht mehr, er schleppt schon. Während wir immer tiefer werden, wird mir klar, dass es schon lange keine Rückflugalternative mehr gibt und schön langsam der Boden doch recht nahe gekommen ist. Walter fährt vor mir den Motor aus und startet nochmals durch. Bequemlichkeit (und Sicherheit) hat eben seinen Preis. Diesmal zahlt es sich aus. Ich gebe die Hoffnung noch immer nicht ganz auf, habe aber schon lange die Gegend sondiert. Die allgemein bekannte "Trapezwiese" erscheint mir auf Grund des Bewuchses als nicht optimal. Ich entscheide mich für ein Feld, wo die Frucht gerade aufgeht und welches ich auch aus jeder Position von der Wand aus praktisch direkt anfliegen kann. Also keine Endanflugkurve! Ich kann mich noch erinnern, dass ich bei 770 Meter auf den Höhenmesser geschaut habe und rechnerisch noch ausreichend Höhe hatte. Da ich jahrelang auf der Hohen Wand mit meinem Drachen geflogen bin weiß ich, dass die Landewiese ca. 460 m hoch liegen muss. Immer im Bereich des Kohlröserlhauses gibt es ein bisschen Steigen. Es ist sehr wenig und nur ganz kleinräumig, jedoch lässt es in mir die Hoffnung noch immer keimen. Ab der Höhe, die ich jetzt habe, fällt die Wand leider nicht mehr senkrecht ab sondern verläuft so langsam in Richtung der 460m. Man ist also an der Wand dann in Bodennähe. Als ich dann aber noch einen Vollkreis mache und der Boden doch schon recht nahe gekommen ist, entschließe ich mich die Wand zu verlassen. Langsam aufsteigender Rauch markiert ein kleines Feuer am Boden. Ich probiere den Rauch noch in einem letzten Kreis, doch es lüpft nicht ein kleines bisschen!
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Versäumt haben wir durch unsere Außenlandung nichts, da sich der Tag bei uns nicht entwickelt hat. |
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Es hat wieder einmal gezeigt, dass man wegen einer Aussenlandung sicher nichts riskieren sollte. Um 11 Uhr war der erste Start und um 16 Uhr sind wir bereits wieder zum zweiten Flug gestartet. |