Aussenlandebericht

Außenlandung von Dr. Martin Schima, am 28.04.2010, Ort :Wiese in Pernitz (Nord beim Friedhof)

Beurteilung

Landerichtung

Anflug mit normaler Platzrunde, Richtung war zum Hang und gegen den Wind, wie im Büchel, mit niedrig gehaltenen Endteil.

Bodenbeschaffenheit

Gras 10-20cm. Schräg zu Ausrollstrecke, also paralell zur ursprünglich geplanten Richtung verläuft ein 20 cm tiefer Graben

Landefeld

keine Angaben

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Liebe Außenlandeinformationsleser,
am 28.4.2010 bin ich auf der in allen gängigen Datenbanken enthaltenen Außenlandewiese in Pernitz, (die nördliche von den beiden) gelandet.
Über die Vorgeschichte dieses heldenhaften Gleitfluges will ich den Mantel des verschämten Schweigens breiten.

Wesentlich erscheinen mir- auch im Hinblick auf allgemeine Außenlanderisken- folgende Informationen:
Ich bin die Wiese in einer normalen Platzrunde mit einem niedrig gehaltenen Endteil angeflogen. Die Richtung war zum Hang und gegen den Wind, also wie es im Büchel steht. Vielleicht vier Sekunden vor dem Aufsetzen sehe ich dank meiner extremen Weitsichtigkeit, dass parallel zu meiner geplanten Ausrollstrecke sehr knapp von meiner rechten Flächenspitze ein Weidezaun steht. Er besteht aus sehr dünnen Stehern aus Baustahl und gespannten Drähten dazwischen. Links und rechts der gleiche Bewuchs, keine Chance so etwas von der Position aus zu bemerken.
Das erste Bild zeigt den Zaun von meiner Stillstandposition aus.Es ist gut zu erkennen, dass kaum Platz ist.
Da ich immer nur eine kurze Strecke dieses filigranen Hindernisses einsehen kann, und nicht weiß, ob der Zaun nicht schräg durch meine Landegasse verlaufen wird, bemühe ich mich, das Flugzeug links zu halten und im Ausrollen eine leichte Kurve zu machen. Plötzlich ein massiver Rüttler und sofortiger Stillstand des Flugzeugs.

Das EDS-Gerät löst sich durch die Wucht aus seinem Klettverschluss und fliegt im Cockpit herum.
Die Bremsung ist so heftig, dass das ELT auslöst. Gottseidank war das Flugzeug schon so langsam, dass kein Schaden daran passiert ist.
Was ist die Ursache?
Schräg zu meiner Ausrollstrecke, also paralell zur ursprünglich geplanten Richtung verläuft ein gut 20 cm tiefer Graben, der ebenfalls kaum Hinweise im Bewuchs hinterlässt.

Auf demzweiten Foto sieht man den Verlauf dieses Grabens, wenn man genau schaut. Aus der Luft ebenfalls keine Erkennungschance.
Das Flugzeug wurde vor der Aufnahme einige Meter zurückgeschoben, die Stillstandpositiion ist als Loch im Boden (gerissen durch Rad und Fahrwerksklappen) deutlich erkennbar. Man sieht das Loch auch auf dem dritten Foto, wobei auch dort , obwohl ich direkt daneben stehe, der Verlauf des Grabens nicht zu erkennen ist.

Meine Schlussfolgerungen:
Obwohl von den Teilstücken dieser Wiese die westlichen, wo ich saß, flacher aussehen, würde ich heute den östlichen Teil nehmen, er ist derzeit ohne Hindernisse und breiter.
Wiewohl es auf den ersten Blick gescheit erscheinen mag, die Mitte einer Wiese anzusteuern, werde ich mich künftig eher am Rand (seitlich und in Landerichtung) halten.
Die Wahrscheinlichkeit, dass in geringem Abstand an der sichtbaren Begrenzung einer Wiese gleich wieder ein unsichtbarer Weidezaun verläuft, ist geringer, als in der scheinbaren Wiesenmitte.
Außenlandungen auf Wiesen, die man nicht am gleichen Tag vom Boden aus kontrolliert hat, bleiben immer mit einem Restrisiko behaftet.

Richtungsänderungen im Ausrollen und seien sie noch so begründet, sind riskant.
Es verringert das Landerisiko, zwar ausreichend schnell anzuschweben, aber so langsam wie möglich aufzusetzen (ich hätte sonst vielleicht eine Wirbelverletzung erlitten)

Die grünen Punkte am Ipaq bieten moralische Sicherheit, aber ersetzen nicht einen Flugplatz!. Alle diese Überlegungen sollten auch die Klapptriebwerksflieger evident halten. Bekanntlich sind auch Motorsegler nicht vor Außenlandungen gefeit.

Liebelle Grüße Martin Schima
mit freundlichen Grüßen
Das Bild zeigt den Zaun von meiner Stillstandposition aus, es ist gut zu erkennen, dass kaum Platz ist.

Der Zaun besteht aus sehr dünnen Stehern aus Baustahl und gespannten Drähten dazwischen. Links und rechts der gleiche Bewuchs, keine Chance so etwas von der Position aus zu bemerken.
Auf diesem Foto sieht man den Verlauf dieses Grabens, wenn man genau schaut.
Aus der Luft ebenfalls keine Erkennungschance. Das Flugzeug wurde vor der Fotoaufnahme einige Meter zurückgeschoben, die Stillstandpositiion ist das Loch im Boden (gerissen durch Rad und Fahrwerksklappen) deutlich erkennbar.
Man sieht das Loch auch auf diesem Foto. Wobei auch dort , ich stehe direkt daneben, der Verlauf des Grabens nicht zu erkennen ist